Pressespiegel 31.01.2024

Nach 17:94-Pleite

 

Junioren-Handballer verhöhnt und beleidigt

 

Beim Arnstädter HC wird mit viel zu wenig Platz trainiert
Foto: privat
 
Von: KURT HOFMANN

Was braucht eine Sportart, um auf Dauer nicht nur Erfolg haben, sondern auch existieren zu können? Eine gute Nachwuchs-Förderung und Engagement auf der Ebene des Breitensports.
So wie es sich der 2019 gegründete Arnstädter HC aus Thüringen im Handball zur Aufgabe gemacht hat. Doch leider steht der noch junge Verein vor einem Berg von Problemen.

Die traurigste Handball-Geschichte Deutschlands

Der 2. Dezember, ein Samstagnachmittag, war für die mutigen Arnstädter eine jähe Zäsur. Die A-Junioren, zum Teil bestehend aus Handball-Anfängern und aufgefüllt mit B-Jugendlichen, verloren beim HBV Jena 90 mit 17:94. Was noch schlimmer als die Niederlage war, schildert Andreas Kühnel, ein Vorstandsmitglied des Arnstädter HC.

 
„Nach dem Spiel wurden wir und unsere Spieler auch noch verhöhnt und beleidigt“, berichtet Kühnel. „Auch von Eltern der Jena-Spieler auf der Tribüne. ‘Was wollt Ihr eigentlich hier? Macht, dass ihr weiterkommt‘, fiel da unter anderem.“

Kühnels Meinung zu den Verbal-Ausfällen: „Ich finde so etwas unmöglich. Mich als Erwachsenen können sie beleidigen, ich stecke es schon irgendwie weg. Aber Kinder tragen so etwas lange mit sich herum. Unsere Spieler wollten die Tränen in ihren Augen verstecken, aber wir haben trotzdem bemerkt, wie sie sich fühlten.“

Der Arnstädter HC hat rund 150 Mitglieder, davon 100 Kinder. Er setzt nur auf Jugendarbeit, bei der das Handball-Erlebnis über dem Handball-Ergebnis steht. Kühnel: „Bei uns ist jedes Kind jeder Hautfarbe willkommen. Egal, ob dick oder dünn, groß oder klein.“

Nächstes Riesen-Problem: Die Arnstädter Jahnsporthalle steht dem Verein dienstags von 16.30 bis 18 und freitags von 15.30 bis 17 Uhr zur Verfügung. Dann tummeln sich bis zu 60 Jugendliche auf der Platte. An spieltaktisches Training ist da nicht zu denken, vor allem nicht an Freitagen wegen der zu frühen Uhrzeit, da Trainer und Übungsleiter berufstätig sind.

Kühnel: „Wir baten bereits mehrfach um Hilfe des zuständigen Landratsamtes Ilm-Kreis. Manche E-Mails und Anrufe werden gar nicht beantwortet.“

Der Arnstädter HC gibt trotzdem nicht auf – obwohl er die Hauptrolle in Deutschlands traurigster Handball-Geschichte spielt.

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Kommentare: 3
  • #1

    Heiko (Mittwoch, 31 Januar 2024 21:13)

    Ich finde sowas unterirdisch. Da versucht ein Verein Jugendliche und Kinder zum Sport zu animieren und dann sowas. Meine Trainerkollegin und ich sind diese Saison das erste mal mit einer weiblichen C-Jugend in der Regionsoberliga gestartet. Auch wir wurden ausgelacht von Eltern der Gegnerinnen nach unseren Niederlagen. (Von 10 Spielen 8 verloren). Auch vorher schon fragte man , was wir in der Liga als Dorfverein zu suchen hätten (manchmal ist es gut Raucher zu sein, da hört man so einiges �)
    Ich kann nur sagen, gebt nicht auf. Kämpft um euren Platz im Spielbetrieb. Woher sollen junge, neue Mannschaften Spielpraxis lernen? Mein Trainerherz ist bei euch und euren Kids. Wie sagt man so schön, Erst durch Niederlagen lernt man und Jeder hat mal unten angefangen. Nur vergessen das viele.

  • #2

    Andreas (Mittwoch, 31 Januar 2024 22:07)

    Kopf hoch! Einfach weiter trainieren!
    Eltern, die sich so benehmen sollte man aus der Halle werfen!
    Viel Glück und die drücken euch die Daumen!
    Grüße aus dem Südwesten!

  • #3

    Thorsten (Donnerstag, 01 Februar 2024 18:47)

    Weiter machen bitte -jetzt erst recht!!! Lasst euch von paar Dummköpfen nicht unterkriegen.
    Echte Handballer sind anderster :-)
    Liebe Grüße aus KA